Das Haus auf der A2

inkognito 2.0„Na dann wünsch ich dir, dass euch das Haus auf der A2 nicht so behindert wie es uns beim Heimfahren behindert hat.“ So oder so ähnlich hat es Opa uns mit auf den Heimweg gegeben. Oje. Opa liest hier ja auch fleißig mit, deshalb: Entschuldigung wenn es nicht so ganz deine Worte waren. Aber sinngemäß ist es richtig. Opa und Monika waren vor uns auf dem Weg nach Wien und hatten die „Freude“, von einem Haus über den Wechsel hinweg in ihrem zügigen Weiterkommen beeinträchtigt zu werden.Also eigentlich war es ein Teil von einem Haus auf einem LKW. Kurz: ein Sondertransport. Aber der Satz frisst sich regelrecht in die mütterlichen Gehirnwindungen und lässt umgehend bange Gedanken und eiskalten Angstschweiß frei: Stau. Endlose Autokolonnen. Stundenlange Heimfahrt. Längst erledigter Mittagsschlaf. DJ Mama in Höchstform. Und und und.
Nicht dass ich so das Problem damit hätte, mein Kind zu entertainen. Aber das macht neben konzentriertem Autofahren nur mäßigen Spaß. -Na!? Welche Eltern von unter Einjährigen kennen das nicht? 😉 Aber zurück zu den bangen Gedanken und dem Angstschweiß. Gut, der Angstschweiß ist bei demMax zum Glück übertrieben. Aber die Gedankengänge treffen zu. Und das obwohl derMax glücklicherweise zu jenen Kindern zählt, die das Autofahren nicht abgrundtief hassen. -Ja, davon gibt es mehr als man glauben möchte.. Aber der Weg zum großteils gutgelaunten Mitfahrer war interessant.

In den ersten 6 Wochen hatten wir es nämlich unglaublich angenehm. DerMax hing am Tag alle drei Stunden an der mütterlichen Milchbar und dazwischen erholte er sich schlafend und die Windeln befüllend. Für uns Eltern hieß das: nach dem Stillen ab ins Auto und eine entspannte Autofahrt genießen. Nach etwa 6 Wochen wurden die Wachphasen dann immer häufiger und wir stellten fest, alleine auf der Rückbank findet es derMax so gar nicht cool. Also gründeten derMax und ich die Rückbankgang. -Und ich gratuliere mir heute noch innerlich jedes einzelne Mal dafür, dass ich mich beim Autokauf geistesgegenwärtig und trotz blöder Kommentare von Tom doch mal probeweise hinten hineingesetzt hatte. Jaja, von wegen „mimimi… Du wirst ja eh nie hinten sitzen. mimimi“. 😉 Die Rückbankgang ist jedenfalls jetzt schon legendär. Und man möchte nicht glauben welche Tiere so alles über das Spinnennetz oder zwischen Bäumen spazieren gehen. -Kinderliederinsider. Wer kennt sie? 😉
Das Autofahren war dank Mama-Entertainment für denMax ab diesem Zeitpunkt wieder deutlich entspannter, jedoch wurde mir eben bei ihm sitzend erst richtig bewusst was da in seinen ersten Lebenswochen so alles auf ihn hereinprasseln musste und an all das musste er sich ja erst, so frisch aus dem Fruchtwasser kommend, gewöhnen. Die blinkenden Lichter in allen möglichen Farben von Autos, Reklamen, LKWs Straßenlaternen, …, dann die Geräusche: das Radio, die tratschenden Eltern, Folgetonhörner, Hupen, Einparkhilfe, … und letztlich auch noch das unterschiedliche Gefühl wenn das Auto fährt- schnell oder langsam, stop and go, bremst oder wenn es überhaupt stehen bleibt. Und wahrscheinlich noch so einiges mehr. Mir fällt dazu immer wieder ein, wie ich mich fühlte als ich das erste Mal in einer Disco stand und erstmal völlig überfordert war mit den Lichtern, dem Nebel, dem Lärm, den Leuten. Und ungefähr so stelle ich mir so manches Erleben für denMax vor. Abgesehen davon, dass ich das Auto mit demMax sooft es geht sowieso immer stehen lasse, versuche ich also meine Fahrten ein wenig mit demMax abzustimmen. Kindorientiert sozusagen. Und so planen Tom und ich längere Autofahrten seit geraumer Zeit anhand der maximilianischen Schlafgewohnheiten. Also entweder Vormittags, Mittags oder dann erst wieder abends. DerMax ist nämlich deutlich entspannter wenn er einen Großteil der langen Autofahrt verschlafen kann. Und wir sind es dann auch. Obwohl sich die Tom&dieLiesl-Version von „auf der Blumenwiese hinterm Haus“ mittlerweile echt sehen lassen kann. -DemMax gefällts. Das ist das wichtigste. Und wenn er mal genug von uns und dem Entertainmentprogramm hat, macht er sich selbst das Licht aus. -Siehe Foto.
Und somit gehts zurück zum Haus auf der A2. Denn so entspannt Autofahrten sein können wenn sie ein wenig geplant sind, so mühsam können sie sich dann entwickeln wenn dem Plan irgendetwas in die Quere kommt. Ein Haus auf der Autobahn zum Beispiel. Aber das haben wir heute störungs- und staufrei bei Bad Vöslau überholt. Und derMax hat bis zum Einparken tief und fest geschlafen. Neben mir. Auf dem Beifahrersitz. Weil alleine auf der Rückbank sitzen ist noch immer ziemlich uncool.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.