Das Lauflernwagerl

Also. Wer mir auf Instagram folgt, hat ja vermutlich das ein oder andere Benutzerverhalten Gehen mit dem Lauflernwagerl von demMax mit seinem Lauflernwagerl erspäht. Und bevor ich jetzt eine Empfehlung für diese Gerätschaft ausspreche, muss ich einfach ein wenig ausholen. Wie sollte es auch anders sein. 😉
Es beginnt schon einmal damit, dass derMax luxuriös gleich doppelt ausgestattet wurde. Zu Hause begleitet denMax die schnittige und viel durchdachte Variante, hier im Bild gut zu erkennen. Bis zu diesem Gehversuch mit dem Wagerl hier war es jedoch ein langer, nervenzerreißender Weg.
Ich glaube, noch nie in meinem Leben habe ich mir über eine Anschaffung so viele Gedanken gemacht wie bei diesem Gerät. Keine Ahnung was mach da geritten hat, im Nachhinein finde ich es selbst aus mehreren Gründen witzig. Jedenfalls war mir wichtig, dass derMax die Geschwindigkeit ein wenig selbst regulieren kann und das Ganze zu keinem „Selbstläufer“ wird. Außerdem versuchte ich etwas zu finden dessen Schwerpunkt so gesetzt ist, dass es nicht sofort nach hinten kippt, sollte derMax mal doch unerwartet einen Boxenstopp auf dem Popsch einlegen. Die Höhe war ein weiteres Auswahlkriterium für mich. Ich versuchte also eine Variante zu finden, die demMax eine möglichst aufrechte Steh- und Gehposition ermöglicht, mit der er vor allem in der Lauflernphase guten Halt hat. Und dann war mir der Mehrwert wichtig. Ich mag Sachen die auf unterschiedlichste Weise, auch mal zweckentfremdet, verwendet werden können und dann vielleicht auch noch aus Holz sind. Und all diesen Kriterien entsprach eben dieses hier. HA! Also. Jetzt mal im ernst.. Auf der einen Seite habe ich doch wohl ein dezentes Schulterklopfen für die tollen Überlegungen verdient, oder? Auf der anderen Seite lache ich gerade schon wieder über mich.

Und bei der Mamaoma hat derMax noch eine Werkbank-Lauflernwagerl-Kombi stehen. Die ist jetzt nicht ganz so schnittig, Lauflernwagerl-Werkzeugbankeher klobig und meiner Meinung nach nicht die optimalste Wahl für den Zweck aber auch Spaß muss sein und ich konnte beim Anblick einfach nicht mehr widerstehen. Vor allem ist es doch so. Wer später mal seinem Papa und seinem Taufpaten nacheifern will, braucht halt auch eine gescheite Einsteiger-Werkbank. An diesem Wagen gefällt mir vor allem die Multifunktionalität und die Idee, die Leichtgängigkeit der Räder durch anziehen der Schrauben regulieren zu können. Und natürlich, es gibt etwas zum klopfen, hämmern, durchstecken, drehen, … und für denMax am ALLERWICHTIGSTEN genügend Löcher in die er leidenschaftlich seine Finger hineinbohren kann. Für mich daher auch vollkommen ok, dass bei dieser Lauflern-Variante wohl eindeutig das Spiel im Vordergrund steht und nicht das Gehen. Abgesehen davon ist derMax jetzt schon seelig mit seinem persönlichen Hammer, Schraubenzieher, seinen Holzstücken und Zwingen und Schrauben und und und… 😉

Nun gut. So viel zur Theorie. Die Praxis erwies sich als deutlich amüsanter. Der grüne Flitzer war zu Hause und derMax fand das Gerät zwar durchwegs interessant und nett anzuschauen und es machte ihm auch Spaß das Wagerl aus Sitzen im Lauflernwagerlsicherer Sitzposition ein paar Zentimeter hin und her zu schieben. Aber das wars dann auch erstmal. Das neue Wunderding wurde tagelang maximal von der Seite angesehen. Vielleicht wurde darauf auch einmal mit der Hand oder einem Spielzeug darauf herumgeklopft. Aber wehe der Wagen geriet in Bewegung. DerMax musste dann sehr schnell die Flucht ergreifen. Irgendwann im Sommer dann der große Moment. Ich durfte denMax in einem sehr hitzigen Moment durch die Wohnung schieben. -Jaja, den Kinderwagen meiden aber dann im Lauferlwagerl herumgeführt werden wollen…

Später gab es dann noch weitere Sitz- aber auch Turnversuche. Einer akrobatischer wie der andere. Und dann versuchte er, Stehen im Lauflernwagerlwie hier zu sehen, auf dem Wagerl stehen. Erwachsene zahlen mitunter doch ein wenig Geld dafür, um sich professionell auf einer Powerplate durchrütteln zu lassen. DerMax hat sich sein eigenes Rüttel-Schüttel-Workout kreiert und fand es wahnsinnig lustig und aufregend einhändig, den Popsch wackelnd auf dem Wagen zu stehen und ans Limit zu gehen.
Es gab dann auch einen ersten Versuch, sich am Lauflernwagerl hochzuziehen. Jedoch fing das in dem Moment sofort ordnungsgemäß zu rollen an und der Versuch war schneller wieder vorbei als er begonnen hatte. Es gab dann noch einen weiteren „Fehlversuch“ wobei derMax da etwas gelinkt wurde. Im lustigen Freundeskreis versuchte er es erneut mit dem Aufstehen, wurde dann aber mit Spielzeug abgelenkt und entschied sich kurzerhand zwischen den Sprossen durchzuklettern anstatt weiter aufzustehen. -Wer kann der kann.

Tja und dann kam der große Moment. Der große Moment der ersten selbstbestimmten Schritte mit frei gewählter Hilfestellung. Und ja, ihr seht richtig. Es war NICHT das supertolle, superdurchdachte, superschlaue Lauflernwagerl. Nein, es war Kistenlaufdie Kleiderbügel-Kiste, die noch vom Wäsche abnehmen da stand. Aber immerhin hatte das viel besagte Lauflernwagerl doch noch seinen großen Auftritt in diesem Moment. Es war sozusagen der Bremsbacken.
Wie soll ich sagen.. Ich beschloss mir nie wieder wahnsinnig viele Gedanken über -für mich- sinnvolles Spiel- und Beschäftigungsmaterial zu machen. Gestern wurde ich dann aber doch noch eines besseren belehrt. Und deshalb habe ich auch diesen Blogeintrag verfasst. Denn gestern schlich sich derMax ganz plötzlich, still und heimlich mit dem Lauflernwagerl an mir vorbei, als ich am Boden saß und die Post durchsah. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, war komplett aus dem Häuschen und zückte sofort die Handykamera. Und ich schaffte es somit die ersten aufrechten Schritte festzuhalten. Natürlich hat das derMax mitbekommen und fühlte sich dann auch sofort ertappt. Kennt ihr das? Dieser ganz eigene, schwer zu beschreibende Blick, den Kinder haben wenn sie bei etwas „entdeckt“ werden? Und wenn sie dann gleich darauf ganz keck grinsen oder gar lachen? 🙂

2 Antworten auf „Das Lauflernwagerl“

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