der Kampf um das Klopapier

Hand aufs Herz! Wo sind die Mamas die ebenfalls in besonders guter toilettenpartyGesellschaft sind, wenn sie das ehemals „stille Örtchen“ aufsuchen? Und wo sind die Papas bei denen es genauso ist? Gibt es überhaupt Papas bei denen das so ist? Tom ist da nämlich irgendwie eindeutig besser davon gekommen als ich. Der macht die Tür nach wie vor einfach vor der Nase von demMax zu und genießt die Privatsphäre weiterhin. Allerdings hat er mir noch nie erzählen wollen, was dann derMax in der Zwischenzeit tut. Ich kann euch aber sagen was er von Anfang an bei mir gemacht hat.Er hat geschrien und geweint. Als ob sein Leben davon abhinge. Sobald er nicht mehr ausschließlich geschlafen und gegessen hat, ging das los. Wobei alles noch gut zu regeln war, als er sich noch nicht in Windeseile von A nach B bewegen konnte. DenMax legte ich da nämlich immer kurzerhand unter seinen Spielebogen oder in die Wippe wenn ich mal aufs Klo musste. Anfangs war da auch noch die Türe zu. Als er jedoch irgendwann bemerkte, dass ich den Raum ohne ihn verlassen hatte und auch nicht nach ein paar Augenblicken zurückkam, fing das Drama an und ich sah mich genötigt durch den nun geöffneten Türspalt den Alleinunterhalter zu mimen. Und ich will wirklich nicht wissen, wieviele Nachbarn ich dank des Lüftungsschachts in unserem Haus mit unterhalten habe bisher…
Jedenfalls. So fing es an. Die einen Spalt geöffnete Türe, nur damit derMax nicht weinen und glauben muss, er wäre verlassen worden. Mit der sich stetig steigernden Mobilität entwickelte sich dann in weitere Folge ein Eurosport-reifer Toilettenwettlauf zwischen demMax und mir und ich war immer dann Gewinnerin, wenn ich es geschafft hatte aufs Klo zu eilen und wieder fertig zu sein bevor derMax die Tür erreicht hatte. Aber auch das war eine humoristische Herausforderung. Denn wenn derMax eines so gar nicht leiden kann, dann ist es wenn man ihm davongeht oder -läuft. Da kippt die Stimmung schlagartig. Außer die Mama hampelt, singsangt, tänzelt und hüpft vor ihm durch die Wohnung und vollführt so ihren bislang unbekannt gebliebenen „Die Mama muss aufs Klo“-Tanz. Den findet er heute noch so lustig. Allerdings ist er mittlerweile zu schnell für unsere Wohnungsgröße. Die einzige Chance auf Privatsphäre habe also dann, wenn derMax sehr in sein Spiel vertieft ist. Meistens ist es aber so, dass ich unglaublich viel Unterhaltung habe. DerMax und ich halten regelrechte Toilettenparties ab. Da fliegen schon mal die Klopapierrollen durch die Luft. Im besten Falle bleiben sie aber aufgerollt. Im schlechtesten Falle hat sie derMax aber heimlich aufgekletzelt und erfreut sich dann besonders langer Wurfschlangen. Zumindest solange bis ich eingreife. Wobei derMax auch das sehr lustig findet. Er versucht dann nämlich meistens das Papier abzureißen, dass er in der Hand hat und krabbelt so schnell er kann außer Reichweite. Und ja, dann setzt er sich mit triumphierendem Strahlelachen hin weil er wohl genau weiß, dass er dieses kleine Duell gewonnen hat.

Man könnte sich jetzt fragen warum ich die Klopapierrollen nicht einfach wegräume. Die Frage ist aber schnell beantwortet: 1. Ich kann und will nicht alles „in Sicherheit“ und außer Reichweite bringen. 2. E ist auch gar nicht mehr so viel Platz nach oben, denn dort stehen schon die Sachen, die er wirklich nicht erreichen können soll (z.B. Wasch- und Putzmittel) und 3. ist mir wirklich lieber er spielt mit Klopapierrollen als mit dem Klobesen. Der dritte Punkt ist wohl der „hard fact“ in der Reihe und gleich mal vorsorglich erwähnt: nein, den Klobesen hatte er glücklichweise noch nie in der Hand. Damit kann er sich aber auch ruhig noch gaaaanz viel Zeit lassen.

Weniger Zeit lassen sollte er sich hingegen mit dem Geschenk der Privatsphäre. 😉 Wobei das, wie bereits angedeutet, eh schon besser wird weil es manchmal doch spannender ist weiter zu spielen als mit der Mama aufs Klo zu gehen. 😉

 

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