Status Quo

Das fängt ja schon gut an. 😉 Vielleicht schaffe ich es ja jetzt, beim dritten Anlauf, mit mir und meinem ersten Blogeintrag am Ende zufrieden zu sein.

Vorab aber noch schnell eine wichtige Information von mir an euch: Ich urteile nicht über andere. Ich gehe mit mir selbst zwar hart ins Gericht wenn es sein muss und klopfe vielleicht hie und da Sprüche, die andere erschrecken oder stelle an mich selbst Ansprüche und stecke mir Ziele, die andere vielleicht verunsichern können. Aber das bin ich und das ist mein Leben und mein Umgang mit mir selbst. Und nur weil ich an mich teils hohe Erwartungen stelle, tue ich das nicht automatisch mit meinen Mitmenschen oder gar Fremden. Mein Motto ist diesbezüglich wohl „leben und leben lassen“. Tut das was euch gut tut und womit ihr euch wohlfühlt, solange es andere nicht beeinträchtigt oder es anderen schadet. 🙂

 

Wieso will ich also endgültig und nachhaltig abnehmen und wozu brauche ich diesen Blog?

Mein Körper und ich. Ich war in meinem ganzen Leben nie, kein einziges Mal schlank. Weder als Kind noch als jugendliche Leistungsschwimmerin und danach schon gar nicht mehr aber dafür mit vielen JoJos. Das höchste der Gefühle war annähernd „normalgewichtig“ zu sein und selbst das war mit einer Essstörung verbunden. Die meiste Zeit meines Lebens war ich zu dick. Viel zu dick. Ziemlich adipös sogar, um das Ganze beim Namen zu nennen. Und aktuell habe ich einen Höchststand erreicht, der mir sehr zu schaffen macht. In erster Linie psychisch. Zum Glück hat mein Übergewicht bis jetzt keine Auswirkungen auf meinen Körper. Meine Gelenke fühlen sich gut an, meine Blutwerte sind alle in Ordnung und wenn ich mich im Spiegel sehe, entdecke ich trotzdem einen liebenswerten Menschen. Aber darauf will und kann ich mich nicht ausruhen. Außerdem nervt es mich. Es nervt mich, schnell ins Schwitzen zu kommen. Es nervt mich, schneller außer Atem zu kommen. Es nervt mich, dass mir mein Bauch sooft im Weg ist. Es nervt mich, dass immer irgendwo ein Kleidungsstück zwickt und rutscht und nicht gut sitzt. Und es nervt mich vor allem, das ich mir das antue und indirekt dann doch sicher auch meinem Kind. Was ich mir für denMax, der seit der Geburt durch und durch an der 50%-Perzentile klebt, nämlich definitiv nicht wünsche ist, dass er für seine dicke Mama irgendwann einmal ausgelacht oder geärgert wird. Oder das ihm seine dicke Mama irgendwann wenn er laufen kann einfach nicht mehr hinterher kommt.

SchwangerWenn ich das Bild hier sehe, dann sehe ich meinen Babybauch in der 36. Schwangerschaftswoche aus Mama-Perspektive. Irgendwie wollte ich diese schöne Zeit meines Lebens auch bildlich festhalten. Zumindest ein bisschen. Ich habe nämlich keine schönen Schwangerschaftsbauchfotos gemacht. Ich hab einfach auch nicht wirklich klassisch schwanger ausgesehen. Tatsächlich habe ich zwar am Anfang der Schwangerschaft 10 Kilo abgenommen und davon dann bis zum Schluss nur 7 Kilo wieder zugenommen aber ich sah eigentlich aus wie immer. Nur halt mit einem runden festen Bauch vor mir.

Eigentlich könnte darauf ein bisschen stolz sein. Bin ich aber nicht. Ich habe in der Zeit das einzige getan das ich tun konnte, um weder mein Ungeborenes noch mich zu gefährden. Und ich war gerne schwanger. Wirklich gern. Mir ging es so gut. Aber schlimm waren für mich die Vorurteile, die mir regelmäßig und unreflektiert entgegengeschleudert wurden. Teilweise reichten sogar schon Blicke. –Unvorstellbar, eine so dicke Frau die auch noch ein Kind bekommt. Und was mir nicht alles angedichtet wurde aber nichts davon traf auch nur annähernd zu. Ich war so motiviert nach der Schwangerschaft und in den ersten Wochen mit demMax habe ich es mit regelmäßigen Mahlzeiten und durchschnittlich 20.000 Schritten am Tag geschafft, weiter abzunehmen.

 

Keine Zeit

Als Tom nach seinen reichlichen Urlaubstagen wieder den Dienst antrat, außerdem drei Mal die Woche abends in der FH saß und die Schlafphasen von demMax immer kürzer wurden, verlagerte sich natürlich auch meine Aufmerksamkeit entsprechend noch weiter auf ihn. Und neben dem Studium gerieten zunächst meine neu gewonnenen Ernährungsgewohnheiten sehr schnell ins Wanken. Und als derMax dann auch noch mobil wurde und am liebsten selbst aktiv war, fiel auch die tägliche Schrittanzahl auf ein fürchterliches Minimum. Und schwupps. Hier bin ich. Schwer wie nie zuvor und jetzt ist Schluss damit. Denn ich mache mir nichts vor. Es ist ungesund und es gibt für mich dafür auch keine Entschuldigung oder Ausrede. Trotzdem. Vorurteile können einfach furchtbar sein und verletzen. Vielleicht hat sich bei mir auch deshalb dieser „leben und leben lassen“-Gedanke so gefestigt. Und wenn ich versuche die beliebtesten Vorurteile in Fragen zu packen, dann klingt das wohl so:

Bin ich automatisch dumm weil ich zu viel wiege? Bin ich deshalb auch gleich faul und unsportlich? Macht mich mein Gewicht zu einer schlechten Mutter? Liebe ich es deshalb weniger, tue ihm weniger gutes oder gebe ihm weniger Möglichkeiten sich körperlich und geistig gut zu entwickeln?

Nein.

Nein, das bin ich nicht und kann ganz sicher auch nicht so gesehen werden. Aber ich richte meinen Blick jetzt wieder nach Vorne und starte mit meinem Projekt „fitte Mama“. Ich hoffe ihr begleitet mich dabei und vielleicht finden sich so gar die ein oder anderen Mitstreiterinnen? Ich bin gespannt!

2 Gedanken zu „Status Quo

  • 27. September 2018 um 15:10
    Permalink

    neben dem daily Bildl von DerMax ist dieser Blog mein daily highlight !

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