Tatort Karton

Ich eröffne diese Kategorie mit einer kurzen, aktuellen Anekdote.Karton

Ihr seht hier den Gegenstand, um den es sich in dieser kurzen Alltagsgeschichte handelt. Ein Karton. Also eigentlich eine Schachtel, die theoretisch gut versteckt hinter der Kleiderstange stand, auf der wir unsere Wäsche immer zum Trocknen aufhängen.  Eigentlich und theoretisch. Denn derMax ist offenbar durchaus erfinderisch wenn es darum geht, sich still und heimlich Gegenstände in den Mund zu stopfen. Das an sich ist für Tom und mich und desMaxens Mitmenschen jetzt kein allzu großes Geheimnis an sich. Seit einiger Zeit ist seine liebste Beschäftigung für seine Mitmenschen: Haltet mich davon ab, mir etwas in den Mund zu stopfen. Flusen, Kieselsteine, Grashalme, Fäden, Blätter, Kartons, Haare, … kurz alles, dass er in die Hände bekommt und so aussieht als ob es nicht dazu gedacht ist, gegessen zu werden MUSS in den Mund. Wir alle haben wohl gute Arbeit geleistet, denn außer ein bisschen Staub konnten wir bisher noch alles rechtzeitig aus seinem Mund befreien. Aber von genau diesem Karton hier bzw. dem fehlenden Eck weiß ich erst seit dem Einkauf vergangenen Samstag.

Ich hatte beschlossen Tom mal wieder ausschlafen zu lassen und schnappte mir denMax, um mit ihm einkaufen zu gehen. Nach Morgentoilette und alle sieben Sachen packen, machten sich derMax und ich also auf den Weg zum Supermarkt. Dort angekommen durfte derMax natürlich im Einkaufswagen platz nehmen, um die Übersicht zu behalten. Als wir dann beim Gebäck vorbeikamen beschloss ich demMax ein Kipferl zu kaufen. Er war in den Tagen zuvor krank und hatte so wenig gegessen, da kann ein Kind schon mal ein mürbes Kipferl vertragen. Ich habe demMax also ein Stück vom Kipferl abgebrochen und ihm gegeben. -Ich weiß ja nicht, wie es euch so mit euren Kindern geht aber derMax hat die Eigenschaft, sich ein Stück Gebäck, egal wie groß oder klein es ist, sofort und im Ganzen in den Mund zu stopfen. Wie es sich gehört wurde das ganze Kipferlstück gut eingespeichelt und einige Minuten zermalmt. Aber nach einigen Minuten war es demMax dann wohl einfach zu blöd und er versuchte das ganze übrige Stück in einem hinunterzuschlucken. Dabei löste er seinen Würgereflex aus und das Kipferl fand den Weg auf den Supermarktboden. Aber nicht nur das Kipferl, sondern auch etwas zunächst nicht definierbares etwa 50c-Stück-großes. Ja, bei näherer Betrachtung erkannte ich dann ein Stück Karton. Als ich die Kipferl- und Kartonreste in ein Taschentuch gewischt hatte, sah ich mir denMax mal näher an. Er hatte mir durchaus interessiert zugesehen, doch als sich unsere Blicke trafen und ich den Vorfall mit „Wo hast du denn den Karton gefunden?“ quittierte, fühlte sich derMax wohl ertappt und starrte unauffällig in eine andere Richtung.
Wieder zu Hause angekommen, wollte ich mich auf die Suche machen. DerMax war jedoch so kooperativ und zeigte mir von selbst seinen geheimen Fundort. Die Schachtel hinter der vollen Kleiderstange.

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