Wie derMax das Schlafen „lernte“

Schlafdrache„Und?! Schläft er schon durch?“ -Ich bin mir ziemlich sicher, dass das die wohl fürchterlichste Frage für unzählige Jungeltern ist, die man als Außenstehender nach ein paar Wochen so als Smalltalk-Einstieg stellen kann. Und ich warne jetzt bewusst kurz jene Leser*innen vor, die eventuell aktuell unter Schlafentzug leiden: Euch soll es jetzt gleich bitte nicht noch schlechter gehen. Denn vielleicht hilft euch ja der ein oder andere Input von desMaxens Schlaferlebens doch auch irgendwie weiter. Ich wünsch es euch jedenfalls! DerMax hat es uns nämlich zum Glück sehr einfach gemacht. Dieses kleine Glückskind hat bereits mit 3 Monaten das erste Mal etwa 10 Stunden durchgeschlafen und hat das dann sehr schnell sehr oft wiederholt. Es ist so. Ich bin jetzt nicht stolz darauf oder so. -Lassen wir da bitte echt mal die Kirche im Dorf. Es ist Schlaf. Keine alles Elend dieser Welt heilende Erfindung oder so. Ich freu mich natürlich das es für denMax und somit für uns so schnell so gut funktioniert und gepasst hat. Ich glaube aber schon, das ein oder andere „richtig“ gemacht zu haben und deshalb möchte ich unsere Erfahrungen auch mit euch teilen. Wie gesagt, vielleicht hilft der ein oder andere Gedanke ja doch einem müden Elternpaar.
Ich muss die obige Schlaf-Info jetzt aber schon wieder ein wenig relativieren. Denn nur weil derMax durchgeschlafen hat (und auch Tom) hab ich es noch lange nicht. Ich war in den ersten Nächten nämlich tatsächlich alle paar Stunden schlagartig putzmunter, um zu kontrollieren ob derMax wohl eh noch atmet und einen rosigen Eindruck macht. 😉
Bevor es jetzt aber zur Sache geht, hier doch noch einmal der konkrete Hinweis: Für uns war es so gut und richtig. Das muss deshalb aber noch lange nicht für andere Familien auch so sein. Und außerdem ist das auch keine professionelle Empfehlung von Ärzten oder Hebammen sonder viel mehr eben ein „von einer Mama zur anderen-Gespräch“.

Warum es bei uns so schnell, so gut funktioniert hat? Meine Meinung? Um es jetzt ganz kurz zu machen: Tag und Nacht unterscheiden, Rituale, Routine und ein Hebammensatz: Zwischen 0 und 6 Uhr ist Nacht.

Diesen Satz hörten wir beim Geburtsvorbereitungskurs in Bezug auf das nächtliche Stillen und er tat damals schon sooo gut. Ich glaube wir Mamas sind einfach großartig darin, mit der Geburt unseres Kindes, unsere eigenen Bedürfnisse in irgendwelchen unbewussten Tiefen zu vergraben. Aber wir sind auch wichtig. Sehr sogar. Denn nur wenn es uns gut geht, geht es auch unseren Babies gut. Und damit es uns gut geht, müssen wir eben auch genug schlafen. Und somit zurück zu unserer Hebamme die dann noch ergänzte, dass Babies natürlich auch in diesen sechs Stunden gestillt werden wollen. Das sollen sie dann auch, aber Mama darf mit dem ihrem Baby an der Brust getrost auch wieder sofort weiterschlafen.
DerMax hatte von Anfang an einen Stillrhythmus. Ich konnte wirklich die Uhr nach ihm stellen. Alle drei Stunden erwachte er aus seinem Schönheitsschlaf und forderte Milch. Und immer gegen 7 Uhr früh das erste Mal. Schnell bürgerte sich deshalb bei Tom und mir das Ritual ein, dass ich um 6 Uhr ins Bad hüpfte und mich für den Tag fertig machte während er noch mit seinem Buben kuschelschlafen konnte. Wenn ich fertig war, war meistens derMax auch schon wach. Also ab ins Bad, Katzenwäsche, Wickeln, Anziehen und dann machte sich auch schon der Hunger bemerkbar. Den Tag verbrachten wir dann so, wie man seine Tage halt verbringt. Und gegen 18 Uhr begann dann das Abendritual für denMax. Also wieder ab ins Bad. Singend wurde er dann ausgezogen, anfangs gewaschen und später gebadet, gewickelt, gebürstet und dann ging es ab in den Schlafstrampler. Danach ging es dann ins Schlafzimmer. Ein kurzes Gebet, ein letztes Stillen vor dem Schlafengehen und dann ab ins Bett. Ich legte mich immer dazu bis derMax eingeschlafen war, manchmal schlief ich auch einfach selbst ein. Aber von Anfang an konnte so auch Tom denMax schlafen legen, das war uns sehr wichtig. Und weil er genüsslich in seinem Beistellbett schlummern konnte, wurden die Schlafphasen wohl auch rasch nachts immer länger. Nachts. Ja, oben habe ich es bereits erwähnt. Ich denke, auch das ist ein wichtiger Faktor für uns gewesen. Wir haben von Anfang an versucht Tag und Nacht mit ritualisierten Übergangen zu unterscheiden. Am Tag war es „laut und hell“. Da lief der Radio, da brannte überall Licht, da wurde staubgesaugt, da waren wir unterwegs und und und. Abends war es dafür dann eben „ruhig und dunkel“.
Das Einschlafen an sich brauchte aber schon auch etwas „Übung“. Ich hatte recht bald das Gefühl, dass es derMax sehr genoss wenn ich ihn in seine Decke wickelte und ihm so ein wenig Halt und „Begrenzung“ gab. Das machten wir einige Wochen lang, bis er anfing sich zunächst aus der Decke zu strampeln und er dann, alle Viere von sich gestreckt, einschlafen konnte. Wenn ich mit ihm schlafen ging, musste ich immer seine Hand halten. Wenn Tom das tat, brauchte er seine Hand auf seinem Bauch.
Alles in Allem verliefen aber die Abende von Anfang an immer gleich und immer zur annähernd gleichen Uhrzeit. Rituale und Routine eben. Und dann darf für uns zum Einschlafen aber noch etwas nicht fehlen. Der Drache.
Unser blauer Drache gehörte von anfang an dazu wenn derMax schlafen ging. Anfangs lag er immer in Kopfhöhe und sobald er selbst greifen konnte, wurde der Drache auch immer zum „Einschnuffeln“ und „Eintupfen“ verwendet. Das macht er heute noch so. Und das besondere am Drachen ist, der bleibt immer im Bett. Wenn wir am Tag unterwegs sind gibts die Resl, die Schnuffeltuchkuh oder eine Stoffwindel oder ein anderes Kuscheltier. Aber der Drache ist zum Schlafen im Bett gedacht.

Inzwischen schläft derMax seit geraumer Zeit in seinem Bett und in seinem Zimmer. Viel zu früh? Nein, für uns war es das nicht. Ich hatte ihn einige Zeit lang beobachtet und mir fiel auf, dass er immer unruhiger wurde sobald wir uns auch schlafen legten. Erst recht wenn dann etwas lautere Schlafgeräusche dazukamen. Glaubt mir, mich hat es innerlich regelrecht zerrissen als ich mein Baby zum ersten Mal in seinem Bett, in seinem Zimmer schlafen legte. Aber die regelmäßigen, heimlichen Kontrollblicke gaben mir letztlich recht, denn ich sah stets ein tiefenenspanntes, ungestört schlafendes Baby. Das dann aber sehr gerne auch heute noch gegen 5 Uhr früh bei uns in der Mitte im Bett landet, um dann doch noch einmal eine Runde zu kuschelschlafen. Und das genießen wir unterm Strich alle drei.

Aber um es jetzt der Vollständigkeit halber auch noch dazu zu sagen. Natürlich gab es bei uns auch schon unruhigere Nächte. Wäre ja auch eigenartig wenn nicht.

4 Gedanken zu „Wie derMax das Schlafen „lernte“

  • 21. Oktober 2018 um 21:39
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    Und auch in seinem Wochenend- Ferienhaus hat das wunderbar funktioniert !
    DerMax hat auch hier nach einiger Zeit sein eigenes Zimmer mit Sack und Pack und Schuffeldrachen bezogen. DerMax der packt’s

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    • 22. Oktober 2018 um 20:04
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      Das stimmt. 😉

      Antwort
  • 22. Oktober 2018 um 16:51
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    Zwischen 0 und 6 Uhr war bei uns auch Nacht (mit stillen anfangs; später ohne), aber dieser Schlaf war mir zu wenig.^^ Ich habe die Zeit als sehr anstrengend in Erinnerung und war froh, als es so ab 2,5 Jahren besser klappte. Deine Tipps sind super. So haben wir es auch gemacht – abendrituale, vorlesen, leise singen und kuscheln. Manchmal läuteten wir die Abendzeit schon 18 oder 19 Uhr ein, aber das funktionierte leider nicht. Bis 22/23 Uhr hatten die Babys/Kinder noch zu viel Power. Da war Durchhalten angesagt, aber es wurde besser. Viel Durchhaltevermögen allen schlaflosen Eltern 🙂

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    • 22. Oktober 2018 um 20:01
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      Hallo!
      Danke für deinen Kommentar und deine Bestätigung! 🙂
      Das kann ich nur unterschreiben. Ich habe deshalb in der ersten Zeit einige Schlafphasen am Tag einfach auch zum Schlafen genutzt. 😉 Und auch heute ist mir unser gemeinsamer Mittagsschlaf heilig. 😉
      Und ja, die Uhrzeit variierte bei uns auch immer wieder. Zwischendurch war sogar schon um 17 Uhr Schluss für denMax. Mittlerweile hat er sich wieder auf 18.30/19 Uhr eingependelt. Mal schauen wie es weitergeht.

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